TOD EINES HANDLUNGSREISENDEN

24. September 2020

KOSTÜMBILD:
TOD EINES HANDLUNGSREISENDENTAK LIECHTENSTEIN

Premiere am 31. Oktober 2020, TAK Liechtenstein

Regie: Oliver Vorwerk
Kostümbild: Alexander Grüner

Arthur Miller, Deutsch von Volkder Schlöndorff und Florian Hopf

Der Handelsvertreter Willy Loman definiert sich über die Arbeit, über die Erfolge und den Umsatz, den er als Geschäftsmann erzielt. Jetzt – mit über 60 Jahren – will er es langsam ruhiger angehen lassen, nicht mehr so viel geschäftlich übers Land fahren. Aber die Bitte an seinen Chef, eine Stelle vor Ort antreten zu können, wird nicht nur abgelehnt, er wird ganz gekündigt. Von jetzt auf gleich gehört er zum alten Eisen und muss ohnmächtig miterleben, wie er von der Gesellschaft aussortiert wird. Eine junge Generation steht schon vor der Tür, mit neuen Ideen, mehr Elan und grösseren Chancen.

Auf die junge Generation, in Gestalt seiner Söhne Biff und Happy, setzt nun auch Willy Loman. Denn seine Söhne sind tolle Männer, haben Erfolg, sind angesehen, machen Karriere und werden ihn im Alter unterstützen.

Willys ältester Sohn Biff aber sieht das anders. Er zerbricht an den Forderungen einer Gesellschaft, in der man immer schneller sein muss, mit den Ellenbogen einen Konkurrenzkampf nach dem anderen führt und nur Besitz, Status und Geld zählen. Und er hält seinem Vater den Spiegel vor, fragt, ob dieser wirklich so erfolgreich war oder ob sein Leben nicht eine einzige Lüge gewesen sei. Willy Lomann lebt mehr in einer Scheinwelt als in der Realität und verliert dadurch sowohl seine Familie als auch sein Leben.

Arthur Miller schrieb das Drama im Alter von 34 Jahren. Er blickt aus der Perspektive der Söhne auf eine Vätergeneration, die sich in den Versprechungen des Kapitalismus verloren hat.
Nach der Uraufführung 1949 bekam er im selben Jahr dafür den Pulitzer Preis und erlebte seinen Durchbruch als Schriftsteller.

(Text: TAK, Fotos: Nico Ehrenteit)