DIE EHE DER MARIA BRAUN

28. Juni 2020

BÜHNENBILD:
DIE EHE DER MARIA BRAUNDEUTSCHES NATIONALTHEATER WEIMAR

Premiere am 31. Oktober 2020

Nach einer Vorlage von Rainer Werner Fassbinder

Regie: Hasko Weber
Bühnenbild: Alexander Grüner
Kostümbild: Thilo Reuter
Dramaturgie: Lisa Evers

Drehbuch von Peter Märthesheimer und Pea Fröhlich

Die auf Rainer Werner Fassbinders Film »Die Ehe der Maria Braun« basierende Geschichte schildert das Leben einer jungen, lebenshungrigen Frau in den ersten Nachkriegsjahren: Als Marias Mann Hermann, den sie noch in den Wirren des Zweiten Weltkriegs heiratete, nicht zurückkehrt, nimmt sie ihr Schicksal selbst in die Hand. Sie verdient sich ihren Lebensunterhalt in einer Bar, in der sie den amerikanischen Soldaten Bill kennenlernt. Obwohl Maria noch immer an der Liebe zu ihrem Mann festhält, beginnt sie eine Affäre mit Bill. Doch als Hermann unerwartet heimkehrt und seine Frau ›in fla­granti‹ mit ihrem Geliebten erwischt, ermordet Maria Bill im Affekt. Hermann nimmt die Schuld auf sich und wird zu einer Haftstrafe verurteilt.

Auch nach diesem Schicksalsschlag rappelt sich Maria wieder auf. Sie nimmt eine Anstellung als Referentin des wohlhabenden Fabrikanten Karl Oswald an und wird seine Geliebte. Denn sie will sich und ihrem Hermann eine Zukunft aufbauen. So atmet Maria die Luft vom Wirtschaftsaufschwung der 1950er Jahre. Doch nach Hermanns Entlassung und Oswalds Tod muss Maria feststellen, dass sie längst selbst zum Gegenstand des neuen Tauschprinzips der jungen BRD geworden ist.

In »Die Ehe der Maria Braun« erzählt Rainer Werner Fassbinder von einer unerfüllten Liebe zwischen Kriegslärm und Wirtschaftswunder und wirft in seinem Zeitporträt einen kritischen Blick auf die Machtverhältnisse und die Wirtschaftsphilosophie der Nachkriegsjahre. Sein Film wurde bereits im Jahr seiner Ausstrahlung 1979 ein großer Erfolg und verhalf dem ohnehin schon bekannten Filmemacher zu internationalem Ruhm. Bis heute zählt Fassbinders Welterfolg zu den wichtigsten filmischen Auseinandersetzungen mit der deutschen Nachkriegszeit.

(Text: DNT, Foto: Alexander Grüner)